Pontonierwochenende

Pontonierwochenende

Am Wochenende vom 15./16. Juni machten sich 15 Mitglieder des Pontoniersportvereins Ligerz-Seeland inklusive Anhang auf zu einer kleinen Vereinsreise.

Pünktlich konnten wir um 7:00 Uhr in Kallnach starten. Das erste Ziel war Winterthur. Dort machten wir eine Kaffeepause und nahmen die letzte Teilnehmerin in unserer Reisetruppe auf. Auf schnellstem Weg ging es weiter zum Rheinfall. Die Faszination am Wasser, dessen Kraft und Geschwindigkeit war gross. „Da wäre es wohl nicht mehr so lustig mit dem Weidling unterwegs zu sein“, bemerkte ein Jungpontonier. Nach dem grossen Staunen spazierten wir auf die andere Seite des Rheins. Dort warteten wir auf die zwei Boote, die uns von den Elliker Pontonieren gebracht und zur Verfügung gestellt wurden. Bald erschienen sie und übergaben uns die Schiffe samt gefüllter Getränkebox. Was für ein Service, Pontoniere wissen eben was gut ist.

Mit Rudern und auch ein bisschen Motoreinsatz – denn wir waren ein bisschen in Verzug – fuhren wir bis nach Rheinau. Dort erwartete uns eine Besichtigung des Klosters. Die Führerin hatte ein rasantes Tempo, sei es beim Erzählen oder beim Treppensteigen auf den Turm hinauf. Am Nachmittag fand nämlich eine Hochzeit statt. Da wir Pontoniere nicht auf der Gästeliste standen, mussten wir das Feld bis dahin räumen.
Nachdem wir die älteste und zweitälteste Orgel und viele weitere Besonderheiten und Geschichten gesehen und gehört haben, knurrten unsere Mägen und wir mussten schleunigst das Restaurant aufsuchen. Dort warteten wir mehr oder weniger geduldig aufs Essen.

Wohlgenährt nahmen wir den Wasserweg weiter Richtung Ellikon. Einige sprangen freiwillig ins Wasser, andere wurden entgegen dem Protest samt Kleidern hineingeworfen. Zum Glück kamen wir bald zum Pontonierhaus der Elliker, wo die Kleider gewechselt werden konnten. Nun stand Freizeit auf dem Programm. Gefährlich nah am Wasser spielte eine Gruppe Frisbee, wobei sich nicht alle gleich geschickt anstellten. Welch ein Wunder also, dass jemand samt Kleidung heldenhaft dem Frisbee hinterher in den Rhein springen musste.

Am Abend wurde gemütlich gegrillt. Es zogen Wolken auf, aber diese sollten uns nicht tangieren. Denn laut Einheimischen bleibt es in Ellikon jeweils trocken, da der Regen auf der anderen Seite vorbeiziehe. Entgegen dieser Regel der Einheimischen und unseren zuverlässigen Wetterapps musste es plötzlich doch schnell gehen. Der letzte Bissen war runtergeschluckt, als alles zügig weggeräumt und ins Trockene gebracht werden musste. Das war aber nicht weiter schlimm, da das Pontonierhaus grosszügige Räume hat und man auch drinnen ganz gut weiter diskutieren konnte. So brennten die Lichter noch einige Stunden.

Am Sonntagmorgen war Brunch mit anschliessendem Training angesagt. Der breite Fluss und die starke Strömung verlangten uns doch noch einiges ab. So waren die Bratwürste und das Brot nach der Fahrübung eine willkommene Stärkung vor der bevorstehenden „kurzen“ Wanderung. Auch am Sonntag war das Wetter auf unserer Seite. Die Wolken leerten sich genau in der kurzen Pause, als der Reiseleiter den Bus ans Wanderziel stellte. Pünktlich zum Wanderstart hörte der Regen auf und die Sonne blickte scheu hinter den Wolken hervor.

Die Dauer der Wanderung war ungewiss. Es stand Aussage gegen Aussage. Während der Reiseleiter mit 2,5 h rechnete, zeigte das App 4 Stunden an – wer hat Recht. Nach der Rheinüberquerung ging es mit zackigem Schritt voran, die 2.5 h wollten schliesslich eingehalten werden. Während die einen locker Schritt halten konnten, fingen andere schon an zu Joggen, um das Tempo zu halten. Nicht nur die Dauer der Wanderung, sondern auch die Anzahl der Höhenmeter war ein Rätsel. Aus den exakt 310 Höhenmetern, die auf dem Programm standen, wurden es ganze 370. Lag dies wohl an dem vermeintlich kürzesten Weg, den der Reiseleiter vorschlug oder war die Rekognoszierung doch nicht so genau? Wir wissen es bis heute nicht. Trotzdem schafften wir es dank dem rassigen Marschtempo in 3h 15min zum Irchelturm hinauf. Die Anstrengung wurde mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Nachdem wir dort noch ein bisschen verweilten, ging es wieder hinab bis zum Bus. Durstig kehrten wir ins nächste Restaurant ein, bevor wir dann die Heimreise antraten, wobei wir über Land dem Stau entflohen.

Nicht ganz pünktlich, aber sehr zufrieden und müde trafen wir kurz vor 19:00 Uhr wieder in Kallnach ein, wo wir uns verabschiedeten. Es war ein unvergessliches Wochenende und wir sind uns einig, dass ein solches Wochenende jedes Jahr auf dem Programm stehen sollte. Besten Dank dem Organisator Bernhard Bosshard und den Pontonieren Ellikon für ihre Gastfreundschaft!